| Studie Burnout und Stressbelastung bei Zahnärzten | ||||||||||||||||
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Burnout | Symptomatik Zahlreiche Autoren versuchten sich an der Klassifizierung der Symptomatik des vielschichtigen Burnout-Syndroms. Die umfangreichste, systematische Aufstellung der in der Literatur beschriebenen Symptome findet sich bei Burisch (2006). Der Autor betonte, dass keines dieser Symptome als Burnout-spezifisch angesehen werden könne, die Listen beinhalten eine Mischung aus Symptomen, Ursachen und Folgeerscheinungen. Der Syndrombegriff impliziert, dass das Vorhandensein eines Symptoms die Wahrscheinlichkeit des Auftretens weiterer Merkmale erhöht. Teilweise schließen sich die Symptome oder Symptomkategorien gegenseitig aus, es müssen folglich nicht alle Symptome zur Burnout-Ausprägung vorhanden sein. Der erste Komplex beschreibt die „Warnsymptome der Anfangsphase“. In der älteren Burnout-Literatur werden sie häufig durch das Überengagement charakterisiert: „Wer ausbrennt, muss einmal gebrannt haben“ (Pines et al. 2006, S.13). Auch Maslach und Aronson (2006) bezeichnen die idealistische Überhöhung und in deren Folge den emotionalen, kognitiven und verhaltensmäßigen Rückzug in Form des reduzierten Engagements als die Burnout-Kernproblematik (Burisch, 2006). Neuere epidemische Untersuchungen konnten nur begrenzt einen Zusammenhang zwischen Idealismus und Burnout feststellen. Heute steht mehr der neutralere Begriff des überhöhten Energieeinsatzes im Vordergrund der ersten Burnout-Anzeichen. Grundsätzlich gilt jedoch, wenn Einsatz und Ertrag, Anstrengung und Belohnung, Negatives und Positives in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen, kann ein hoher Grad von Engagement jahrelang aufrechterhalten werden ohne sich zu einem Burnout weiterzuentwickeln. „Verstärkte emotionale Reaktionen“ zeigen sich einerseits als Aggression in Form von Schuldzuweisungen und Vorwürfe, andererseits sind die Betroffenen leicht reizbar, launenhaft, ungeduldig und intolerant (Burisch, 2006). Des Weiteren können sich auch depressive Stimmungen (z.B. Selbstmitleid, Angst- und Schuldgefühle, Pessimismus und Apathie) manifestieren. Die genannten Reaktionsweisen stehen in Wechselwirkung mit dem anschließenden Abbau der kognitiven Leistungsfähigkeit (Burisch, 2006). Schließlich lassen Motivation und Kreativität spürbar nach. Die vollzogene innere Kündigung führt zu einem Dienst nach Vorschrift, besonders für den selbstständigen Zahnmediziner können betriebswirtschaftliche und somit existenzielle Konsequenzen folgen. Die Aufgabe von langjährigen Hobbys, die aufkommende Gleichgültigkeit, sowie das Desinteresse an der Umwelt führen zur „Verflachung“ des emotionalen und sozialen Lebens (Burisch, 2006). „Psychosomatische Symptome“ äußern sich individuell, bereits parallel zu den Warnsignalen der Anfangsphasen. Das Auftreten körperlicher Symptome nimmt mit dem Schweregrad des Burnouts zu (Honkonen et al., 2006). Das erhöhte Risiko psychosomatischer Erkrankungen lässt sich unter anderem auf stressbedingte gesundheitsschädigende Verhaltensweisen wie erhöhten Nikotin-, Alkoholkonsum und nicht ausreichende Erholung zurückführen (Nil et al., 2010). Resignation, Hoffnungslosigkeit und existenzielle Verzweiflung führen besonders im finalen Burnout-Stadium zum totalen Zusammenbruch auf psychischer und physischer Ebene bis hin zu suizidalen Absichten und Handlungen. Literatur: Burisch M. (2006) Das Burnout-Syndrom. Theorie der inneren Erschöpfung Heidelberg: Springer Medizin Verlag, 2006 Maslach C., Leiter M.P. (2001) Die Wahrheit über Burnout - Stress am Arbeitsplatz und was Sie dagegen tun können „The Truth about Burnout" / trans. Lindauer B. Wien, New York: Springer-Verlag, 2001 Nil R., Jacobshagen N., Schächinger H., Baumann P., Höck P., Hättenschwiller J., Ramseier F., Seifritz E., Holsboer-Trachsler, E. (2010) Burnout - eine Standortbestimmung Schweizer Archiv für Neurologie und Psychiatrie. 2010; 161(2):72-7. Pines A.M, Aronson E. and Kafry D. (2006) Ausgebrannt: vom Überdruss zur Selbstentfaltung „Burnout - From Tedium to Personal Growth" / trans. Von Cranach A. Stuttgart: Klett-Cotta, 2006; 10. Auflage |
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