Studie Burnout und Stressbelastung bei Zahnärzten
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Burnout | Definition

Einführend bietet sich die rein linguistische Analyse des Wortes an (Rottenfußer, 1998). Das englische Wort „Burnout“ steht in der deutschen Übersetzung für „ausbrennen, durchbrennen“. Doch lediglich auf den ersten Blick scheint dieser Ausdruck ein selbsterklärender Begriff zu sein.

Bisher gibt es keine einheitliche wissenschaftliche Definition des Burnout-Begriffs (Korczak et al., 2010). Die Begrifflichkeit wird sowohl als technischer Terminus im physikalischen Fachbereich, wie auch als pathologischer Terminus im sozialen, psychologischen und medizinischen Bereich eingesetzt. Nach Burisch (2006) erweist sich die Metapher „Burnout“ als nicht allgemein zutreffend, denn Durchbrennen können Sicherungen oder Stromleitungen, beides geschieht abrupt und der Effekt ist sofortiger Stillstand. Im Gegensatz dazu steht die oft jahrelange Quälerei des pathologischen Burnouts. Aufgrund der differenten Auswirkungen auf sozialpsychologische und psychosomatische Bereiche lässt der Begriff „Burnout“ auch im pathologischen Sinne keine einfache Definition zu.

Heute wird in der Literatur unter dem Begriff „Burnout“ die am häufigsten zitierte Definition nach Maslach et al. (1986) verstanden, welche im Sinne des syndromalen Ansatzes eine Dreidimensionalität beschreibt (Enzmann, 1996). Das klinische Wörterbuch (Pschyrembel, 2004) beschreibt das Krankheitsbild als Zustand emotionaler Erschöpfung, reduzierter Leistungsfähigkeit und eventueller Depersonalisation infolge einer Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität bei Personen, die Arbeit mit oder am Menschen ausführen.

Als erste Dimension und zentralen chronischen Aspekt wird die Emotionale Erschöpfung (EE) gesehen, die mit dem Erleben von emotionaler und körperlicher Kraftlosigkeit einhergeht. Die zweite Dimension wird durch die Depersonalisierung (DP) repräsentiert und damit dem selbstschützenden Versuch durch gefühllose, abgestumpfte Reaktionen auf Patienten Distanz zu schaffen. Dimension drei wird durch reduziertes persönliches Leistungsempfinden (PA) beschrieben, welches das Gefühl von Versagen und Verlust des Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten zusammenfasst und negativ mit den anderen Dimensionen korreliert (Nil et al., 2010).


Literatur:

Burisch M. (2006)
Das Burnout-Syndrom. Theorie der inneren Erschöpfung
Heidelberg: Springer Medizin Verlag, 2006

Enzmann D., Kleiber D. (1996)
Gestresst, erschöpft oder ausgebrannt?
Einflüsse von Arbeitssituation, Empathie und Coping auf den Burnoutprozess
München: Profil-Verlag, 3. Auflage, 1996

Korczak D., Kister C., Huber B. (2010)
Differentialdiagnostik des Burnout-Syndroms
Health Technology Assessment - Bericht 105
Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information
Köln: Bundesministerium für Gesundheit, Bosch Druck, 2010

Maslach C., Jackson S.E. (1986)
Maslach Burnout Inventory. Manual. Second Edition.
Palo Alto/ CA: Consulting Psychologists Press, 1986

Nil R., Jacobshagen N., Schächinger H., Baumann P., Höck P., Hättenschwiller J., Ramseier F., Seifritz E., Holsboer-Trachsler, E. (2010)
Burnout - eine Standortbestimmung
Schweizer Archiv für Neurologie und Psychiatrie. 2010; 161(2):72-7.

Pschyrembel W. (2004)
Pschyrembel - Klinisches Wörterbuch
Berlin: Walter De Gruyter, 2004; 260. Auflage

Rottenfußer R. (1998)
Ausgebrannte Mediziner? Arbeitszufriedenheit und Burnout-Gefährdung von Vertragsärzten
Regensburg: Roderer-Verlag, 1998; Band 557

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