| Studie Burnout und Stressbelastung bei Zahnärzten | ||||||||||||||||
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Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, Herzlich Willkommen auf der Informationsseite zum Thema „Burnout bei deutschen Zahnärzten“ Intensiver denn je beschäftigen sich die Medien mit der heiklen Thematik des sogenannten „Burnout-Syndroms“. Die FAZ berichtet im März 2010 „Erschöpft, ausgebrannt, arbeitsmüde“, der Fokus titelte im März 2010 „Die Burnout-Gesellschaft“ und auch der Spiegel widmete dem Phänomen eine Titelstory im Januar 2011. In den Pressemitteilungen 2008 des Bundes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) heißt es: …„Mindestens 20 Prozent der Ärzte leiden an einem Burnout-Syndrom, die Suizidraten sind bei Medizinern bis zu 3-fach erhöht, bei Medizinerinnen bis zu 5-fach.“ Auch in der Zahnärzteschaft werden Analogien zu diesen alarmierenden Zahlen vermutet. Die IDZ-Analyse von Quast (1996) zeigte, dass Zahnmediziner signifikant unter höherem Stress leiden als die Vergleichsgruppen aus Ärzten und Selbstständigen. Die erste deutsche Burnout-Untersuchung von Faridani (2004) ermittelte 16 Prozent Burnout-Betroffene und 39 Prozent Burnout-Gefährdete unter den niedersächsischen Zahnärzten. Parallel zu diesen Zahlen bestätigen auch internationale Studien, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt. Aussagekräftige bundesweite Daten zum Burnout bei deutschen Zahnärzten lagen bislang nicht vor, diese Lücke konnte durch die Untersuchung „Burnoutanalyse bei deutschen Zahnärzten im Rahmen einer bundesweiten Studie“ in Zusammenarbeit der Universität Witten/Herdecke und des Arbeitskreis für Psychologie und Psychosomatik der DGZMK geschlossen werden. Unbestritten gilt die Zahnmedizin als eine der stressreichsten Professionen. Neben den bekannten Stressoren des zahnärztlichen Alltags drängen nun auch die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen den Berufsstand immer mehr in den Zwiespalt zwischen Menschlichkeit, Wirtschaftlichkeit und Qualität. Daher verwundert es nicht, dass zusätzlich zur physischen auch die psychomentale Belastung der Zahnärzte stetig ansteigt. Wenn der Zustand aus physischer, psychischer und emotionaler Erschöpfung durch normale Erholungszeiten nicht mehr kompensiert werden kann, folgt der Circulus vitiosus des „Burnouts“. Das Syndrom setzt sich aus emotionaler Erschöpfung, Depersonalisierung und reduziertem persönlichem Leistungsempfinden zusammen. Selbstverständlich können nur diejenigen Zahnärzte, die sich in guter physischer und psychischer Verfassung befinden, auch effektiv für ihre Patienten sorgen. Daher gilt es der wissenschaftlichen Untersuchung der psychischen Arbeitsgestaltung auch im zahnmedizinischen Berufsbild immer mehr Bedeutung beizumessen. Denn diese Analysen dienen nicht nur der Zahnärzteschaft, sondern letztlich auch der Sicherung der Versorgungsqualität und damit den Patienten. Um aktuelle Daten zum Burnout für die deutsche Zahnärzteschaft zu erhalten, wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Witten-Herdecke und dem Arbeitskreis für Psychologie und Psychosomatik der DGZMK ein Pretest in Schleswig-Holstein und darauf aufbauend eine bundesweite Erhebung der zahnärztlichen Burnout-Belastung durchgeführt. Ein herzliches Dankeschön gilt allen Zahnärztinnen und Zahnärzten, die durch ihre zahlreiche Mithilfe eine erfolgreiche Durchführung dieser Untersuchung ermöglichten. Vielen Dank für ihre Mühe, Zeit und Geduld beim Ausfüllen des Fragebogens, sowie für ihre Bereitschaft zur freiwilligen Studienteilnahme. Durch die tatkräftige Unterstützung der Zahnärzteschaft konnten aussagekräftige Daten gesammelt werden, die als Grundlage für die weitere Entwicklung von konkreten Prophylaxe-Maßnahmen dienen sollen. ZÄ Carolin Wissel Prof. Dr. Hans-Peter Jöhren Literatur: Faridani E. (2004) Burnout bei Zahnärzten Dissertation der Abteilung für Medizinische Psychologie Hannover: Medizinische Hochschule, 2004 Gerbert F., Weber-Lamberdiere M. (2010) Die Burn-out-Gesellschaft Fokus. 2010 Mar; 10:92-103. Meck G. (2010) Erschöpft, ausgebrannt und arbeitsmüde Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 2010 Mar; 9:35. Quast C. von (1996) Stress bei Zahnärzten Köln: Deutscher Ärzte Verlag, 1996; Materialienreihe/ IDZ-Band 17 Tietz J., Shafy S. (2011) Ausgebrannt - Das überforderte Ich Der Spiegel. 2011 Jan; 4:114-22. Ulich E. (2008) Gesundheitliche Belastungen in der Arbeitswelt - Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz In: Bericht des BDP – Psychologie Gesellschaft Politik Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz in Deutschland Berlin: 2008; 8-13. |
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